Lemgoer Fraunhofer-Projekt KI4PED schafft es auf UNESCO-Bestenliste

Lemgo, 12. Februar 2026 – Das Projekt „KI4PED – KI basierte Optimierung von Fußgängerüberquerungszeiten durch smarte Lichtsignalanlagen“ des Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo hat es auf die internationale Bestenliste des International Research Centre on Artificial Intelligence (IRCAI) unter der Schirmherrschaft der UNESCO geschafft. KI4PED wurde beim „IRCAI Top 100: Global AI for SDGs Index 2025“ von den Gutachterinnen und Gutachtern mit „Excellent“ bewertet und zählt damit zu den 100 weltweit ausgezeichneten KI Innovationen, die einen besonderen Beitrag zu Nachhaltigkeit und den 17 Zielen der Vereinten Nationen leisten.

Im Projekt KI4PED entwickelten Forschende in Lemgo eine „clevere Ampel“ für Fußgängerinnen und Fußgänger. Sie erkennt Personen frühzeitig, schätzt mithilfe Künstlicher Intelligenz deren Überquerungsabsicht ein und steuert die Grünphasen bedarfsgerecht. Das Ziel: Wartezeiten verkürzen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit erhöhen.

Konventionelle Fußgängerampeln berücksichtigen häufig nicht, dass Menschen unterschiedlich schnell unterwegs sind – etwa ältere Personen, Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Zudem führen lange Rotphasen oft dazu, dass manche die Straße trotz Rot überqueren. KI4PED will hier gegensteuern.

Dazu kombiniert das Fraunhofer IOSB-INA moderne 3D LiDAR-Sensorik mit KI basierter Datenauswertung. Die Sensoren erfassen das Umfeld an der Ampel berührungslos und anonymisiert, KI Modelle analysieren Bewegungsmuster und treffen eine Vorhersage, ob jemand die Straße überqueren möchte. Auf dieser Basis kann die Ampel schneller auf tatsächlichen Bedarf reagieren – ohne dass ein Taster gedrückt werden muss. Getestet wurde das System unter anderem an Lichtsignalanlagen in Lemgo und Bielefeld.

„Mit dem Projekt KI4PED zeigen wir, wie KI im Alltag helfen kann. Die Technik versteht den Menschen und passt sich ihm an, statt umgekehrt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraunhofer IOSB-INA. Projektleiter Dr.-Ing. Dennis Sprute ergänzt: „Unser Ziel ist es, Städte sicherer und lebenswerter zu machen – insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden.“

 

Ein neues digitales Hochwasser-Informationssystem nimmt in den Kommunen Kalletal und Lemgo Gestalt an. Erste Sensoren wurden in Kalletal bereits installiert, und auch in Lemgo ist das Projekt erfolgreich angelaufen. Dieses wichtige Umweltprojekt ist ein zentraler Bestandteil der Hochwasserschutzmaßnahmen beider Städte und wird im Rahmen des interkommunalen Smart City-Modellprojekts realisiert. Das Fraunhofer-Institut in Lemgo spielt hierbei eine entscheidende Rolle und arbeitet eng mit den lokalen Behörden sowie weiteren regionalen Akteuren zusammen.

Sensoren als Grundbaustein des Hochwasser-Infosystems

Die Notwendigkeit eines effektiven Hochwasserschutzes ist in den letzten Jahren durch verschiedene Ereignisse deutlich geworden. Projekte wie die Renaturierung der Bega in Lemgo und die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte im Kalletal sind bereits wichtige Schritte in diese Richtung. Die Installation von Sensoren zur Überwachung von Niederschlagsmengen und Wasserständen ist ein weiterer bedeutender Fortschritt. Diese Sensoren, die unter anderem an strategischen Orten wie Dorfgemeinschaftshäusern installiert wurden, liefern wertvolle Echtzeitdaten. Diese Daten sind die Grundlage für die Entwicklung eines umfassenden Informationssystems, das sowohl Einsatzkräfte als auch die Bevölkerung frühzeitig vor extremen Wetterereignissen warnen soll.

Technologische Umsetzung und Datenanalyse

Die erfassten Sensordaten werden über das LoRaWAN-Funknetzwerk, das von den Stadtwerken Lemgo bereitgestellt wird, an eine zentrale Datenplattform übermittelt. In Kalletal wurde speziell für dieses Projekt ein LoRaWAN-Netz aufgebaut. Die Datenplattform, die von OWL-IT betrieben wird, sammelt und verarbeitet diese Informationen. Im nächsten Schritt werden die gesammelten Daten ausführlich analysiert, um ein besseres Verständnis für die Entstehung und das Verhalten von Hochwasserereignissen zu erlangen.

Zukunftsorientiertes Hochwasserprognosesystem

Auf Grundlage der gesammelten und analysierten Daten wird ein Prognosemodul entwickelt, das sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Einsatzkräfte frühzeitig vor bevorstehenden Extremwetterereignissen warnt. Die Einführung dieses Informationssystems ist für 2025 geplant und zielt darauf ab, die Vorsorgemaßnahmen für zukünftige Wetterextreme weiter zu optimieren.

Das Innovationsprojekt NachWinD (Steigerung der Nachhaltigkeit und Präzision im Winterdienst) macht einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung klimafreundlichen, ressourcenschonenden und sicheren Winterdienst: Ab Winter 2025/26 beginnt die umfangreiche Praxiserprobung eines neuartigen digitalen Winterdienstmanagement-Systems. Das System ist vorbereitet, installiert und bereit, unter realen Bedingungen im Kreis Lippe und in der Stadt Paderborn seine Leistungsfähigkeit zu beweisen.

Ziel des Projekts ist es, Streusalz, Kraftstoff und Einsatzzeiten im Winterdienst deutlich zu reduzieren – bei gleichzeitig höherer Verkehrssicherheit. Grundlage dafür bildet ein intelligentes Echtzeit-Straßenwettersystem, das bereits bei den beteiligten Projektpartnern implementiert wurde. Durch präzise Mess- und Sensordaten lässt sich der Zustand von Straßen künftig deutlich zuverlässiger bewerten. Das ermöglicht punktgenaue Einsätze, verringert Umweltbelastungen und entlastet kommunale Budgets. Was wird gemessen? Direkt an den Messstationen an der Straße werden Straßen- und Raumtemperatur, Straßenzustand, Luftfeuchte sowie Slinität und des Wasserfilms gemessen.

Während der kommenden Wintersaison werden umfangreiche Daten gesammelt, die in ein KI-gestütztes Straßenwettermodell einfließen. Dieses soll künftig Glätte auch dort vorhersagen, wo keine Messstationen installiert sind – ein entscheidender Fortschritt, um Straßen flächendeckend sicherer zu machen.

Projektingenieur am Fraunhofer-Institut Björn Kroll freut sich auf die Daten aus der Praxis: "Wir forschen seit mehreren Jahren an IoT- und KI-Lösungen für Klimaanwendungen. In der kommenden Wintersaison werden wir den Forschungsfortschritt mit unseren Praxispartnern validieren und sind bereit die Lösung für neue Partner auszurollen."

Kommunen, Bauhöfe und Infrastrukturdienstleister können von dieser Technologie unmittelbar profitieren: Das Fraunhofer-Institut in Lemgo und die Projektpartner bieten maßgeschneiderte digitale Lösungen, die bestehende Abläufe im Straßen- und Räumdienst modernisieren, effizienter gestalten und auf die Klimaziele der kommenden Jahre ausrichten.

Zum Projektkonsortium gehören:

  • Fraunhofer-Institut Lemgo
  • INFA-ISFM e.V.
  • Okeanos Smart Data Solutions GmbH
  • Kreis Lippe – Eigenbetrieb Straßen
  • ASP Paderborn
  • Deutscher Wetterdienst

Gefördert wird NachWinD vom Wirtschaftsministerium NRW und der EU.

Mit dem bevorstehenden Praxiseinsatz im Winter 2025/26 beginnt die entscheidende Phase: Der Weg ist bereitet, damit KI-gestützte Glättewarnungen und digitale Einsatzplanung den Winterdienst nachhaltig verändern können.

Der erste Messetag der Smart Country Convention 2025 (#SCCON2025) ist zu Ende gegangen – und für unser Team von FutureCitySolutions, dem Fraunhofer IOSB-INA sowie den Kolleginnen und Kollegen vom Fraunhofer IOSBwar es ein inspirierender Start.

Ein besonderes Highlight waren die Cube Classes, die Einblicke in aktuelle Forschung und praxisnahe Lösungen für die Stadt von morgen gaben:

  • Michaela Lödige (Fraunhofer IOSB-INA) stellte Technologien für eine klimaadaptive und resiliente Stadt und Region vor.

  • Philipp Hertweck (Fraunhofer IOSB) präsentierte das intelligente Sensormanagement für smarte Städte mit der Fraunhofer-Lösung „OpenCitySense“.

Die Themen verdeutlichten, wie digitale Technologien konkrete Antworten auf die Herausforderungen urbaner Räume geben können – von Klimaanpassung bis hin zu effizientem Datenmanagement.

Am morgigen Tag geht es im Experience Lab praxisorientiert weiter:

„Smart City ohne Blindflug: Einfach. Effektiv. Effizient“
10:50 Uhr, Halle 26.

Wir freuen uns auf zwei weitere spannende Messetage!

➡️ Besuchen Sie uns am Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie-Stand: Halle 27, Stand 404.

Die Alte Hansestadt Lemgo beweist, dass Städte nicht nur Geschichte und Tradition bewahren, sondern auch aktiv den digitalen Wandel gestalten können. Im neuesten Smart-City-Ranking von Haselhorst Associates sichert sich Lemgo erneut den Spitzenplatz in Ostwestfalen-Lippe mit einem beeindruckenden Entwicklungsgrad von 41,56 %. Diese Platzierung unterstreicht den erfolgreichen Einsatz von Digitalisierung in der Stadtentwicklung und zeigt die fortschrittliche Ausrichtung Lemgos.

„Natürlich gibt es noch viel Potenzial nach oben, aber Städte wie Lemgo zeigen, wie Tradition und digitale Innovation harmonisch miteinander verschmelzen können. Mit Projekten wie dem MPSC-Projekt ‚Digital.Interkommunal‘ und unserem Reallabor ‚Lemgo Digital‘ treiben wir den digitalen Wandel aktiv voran und schaffen gleichzeitig einen spürbaren Mehrwert für die Bürger in verschiedensten Lebensbereichen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Instituts in Lemgo.

Das Smart-City-Ranking von Haselhorst Associates bewertet über 400 deutsche Städte anhand von mehr als 33.000 öffentlich zugänglichen Datenpunkten aus zehn Bereichen der städtischen Daseinsvorsorge. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf statischen Daten, sondern auch auf konkreten Projekten und Strategien, die den digitalen Fortschritt vorantreiben. Alle deutschen Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern werden dabei berücksichtigt. 

Auch andere Städte der Region setzen auf eine digitale Zukunft: Gütersloh belegt mit 41,19 % und dem 38. Platz eine starke Position, während Minden mit 39,76 % den 48. Platz erreicht. Diese Städte zeigen, wie die Region Ostwestfalen-Lippe eine Vorreiterrolle in der digitalen Stadtentwicklung übernimmt.

Das Smart-City-Ranking bietet wertvolle Orientierung für Städte, wie sie ihre digitale Transformation weiter vorantreiben können, um den Bürgern eine zukunftsfähige und lebenswerte Umgebung zu bieten.

 

Kontakt

Future City Solutions
Campusallee 1 | 32657 Lemgo
Tel. 05261 94290-68
Mail: office@lemgo-digital.de

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